April 23, 2024

Target Sprint-DM: Kleine Fehler machen den Unterschied

Am letzten Wochenende waren unsere Sommerbiathleten zu Gast im bayerischen Dingolfing, um sich mit den deutschlandweit besten Athleten im Target Sprint zu duellieren. Mit Richard Langenbahn und Ben König gingen dabei gleich zwei amtierende Deutsche Meister für das Saarland an den Start. Zudem gaben Christine Diehl und Patrick Lang ihr DM-Debüt im Target Sprint.

Die Qualifikation der Herren I

Den Auftakt des Wettkampfwochenendes machten aus saarländischer Sicht die Rennen der Herren I. Hier gingen in den Qualifikationsrennen insgesamt 24 Sportler an den Start, von denen sich die 10 zeitschnellsten Athleten für das Finale qualifizierten. Der Finaleinzug war auch das Ziel für unsere 4 Sportler Tobias Reichert, Jean-Luc Diehl, Luca Diehl und Patrick Lang.

Die erste Chance hierzu hatte Luca Diehl, der im ersten der 3 Qualifikationsrennen startete. Da in diesem Lauf einige der Top-Favoriten am Start waren, wurde von Beginn an ein hohes Tempo angeschlagen. Luca ging dies gut mit, büßte dafür jedoch am Schießstand und brauchte insgesamt 10 Schuss, um die 5 Scheiben zu treffen. Dadurch fiel er bereits zur Rennhälfte deutlich zurück und musste nun das Feld von hinten aufräumen. Beim zweiten Schießen kam Luca wesentlich besser durch und konnte sich nochmal ein Stück nach vorne arbeiten. Der Abstand nach vorne war jedoch bereits zu groß, sodass Luca als 14. das Finale leider verpasste.

Im zweiten Qualifikationsrennen waren gleich 3 unserer 4 Sportler der Herren I vertreten. Nachdem im ersten Lauf bereits einige sehr schnelle Zeiten vorgelegt wurden, ging es in diesem Lauf nicht nur darum sich gegen die direkten Konkurrenten durchzusetzen, sondern auch möglichst viele Sportler aus den übrigen beiden Läufen hinter sich zu lassen. Tobias und Jean-Luc gingen daher von Beginn an mit der Spitze mit und kamen auf den Plätzen 2 und 3 zum Schießen. Dort zeigte Tobias bei beiden Schießeinlagen eine hervorragende Leistung und traf jeweils alle 5 Scheiben auf Anhieb. Durch dieses Schießergebnis konnte er sich auf Platz 1 schieben und diesen souverän bis ins Ziel verteidigen. Mit der sechstschnellsten Zeit aller Athleten qualifizierte er sich somit souverän für das Finale.

Jean-Luc hingegen benötigte beim ersten Schießen zwei und beim zweiten Schießen sogar drei Nachlader und ging damit zwar auf Position 2, jedoch gemeinsam mit Platz 3 und 4 aus dem Schießstand heraus. Nachdem er seine Konkurrenten bis kurz vor Schluss noch hinter sich halten konnte, zogen sie auf der Zielgerade noch vorbei, sodass Jean-Luc den Lauf als 4. beendete. Dieses Ergebnis stellte sich im Nachhinein als besonders bitter heraus, da er damit über alle Läufe gerechnet auf Platz 11 zurückfiel und somit um 0,5 Sekunden das Finale verpasste.

Jean-Luc Diehl auf seiner zweiten Laufrunde

Patrick Lang ging das Rennen etwas langsamer als seine Teamkollegen an, konnte sich mit einem guten ersten Schießen jedoch auf Platz 5 nach vorne schieben. Als er zum zweiten Schießen kam, waren jedoch seine Nachladepatronen aus der Halterung der Waffe auf den Boden gefallen, sodass er sie zwischen den Schüssen einzeln aufheben musste. Dies kostete nicht nur viel Zeit, sondern verunsicherte ihn auch beim Schießen, sodass er sich zusätzlich noch mehrere Fehlschüsse einhandelte. Angesichts dieser Probleme beim Schießen fiel er einige Plätze zurück und landete am Ende insgesamt auf Platz 22.

Das Finale der Herren I

Im Finale war somit von den vier Athleten unseres Vereins nur noch Tobias Reichert vertreten. Nachdem er im Vorjahr bei den Junioren 5. geworden war, hoffte er in seinem ersten Jahr bei den Herren auch auf eine Platzierung in den Top 6. Von Beginn an zeigte sich im Finale das hohe Niveau und die große Leistungsdichte in der nationalen Spitze. Auf der ersten Runde wurde direkt ein extrem hohes Tempo angeschlagen und auch am Schießstand zählte jede Sekunde. Tobias ging läuferisch auf der ersten Runde gut mit, verfehlte jedoch gleich seine ersten beiden Schüsse. Anschließend sammelte er sich noch einmal und konnte seine übrigen Schüsse allesamt auf Anhieb ins Ziel befördern. Dennoch ging er auf der 10. und damit letzten Position auf die zweite Laufrunde.

Dort zeigte er erneut seine gute Laufform und konnte eine Position gutmachen, sodass er auf Platz 9 zum zweiten und letzten Schießen kam. Dieses Mal blieb er fehlerfrei und schob sich dadurch einen weiteren Platz nach vorne auf Position 8. Zudem trennten ihn nur wenige Meter von den beiden Läufern vor ihm, sodass er auf der Schlussrunde noch die Chance hatte bis auf Rang 6 vorzulaufen. Mit einer Energieleistung lief er noch einmal an Max Birkmeier (Altbachschützen Hausen) und Stephan Hindelang (Falkenhorst Forstenried) heran, konnte die beiden jedoch nicht mehr überholen und wurde somit Achter. Angesichts des sehr hohen Niveau im Teilnehmerfeld eine tolle Leistung.

Tobias Reichert auf der Laufstrecke

Das Rennen der Jugend männlich

Bei der Jugend männlich hatten wir mit Ben König den amtierenden Deutschen Meister in der Altersklasse Schüler männlich am Start. Angesichts der deutlich stärkeren und älteren Konkurrenz war eine Wiederholung dieses Erfolgs bei der Jugend männlich bereits im Vorfeld unwahrscheinlich. Dennoch hatte Ben sich zuletzt insbesondere läuferisch sehr stark präsentieren können, sodass ihm in diesem Rennen einiges zuzutrauen war.

Nachdem er sich als Achter seines Vorlaufs für den Finallauf qualifizieren konnte, hielt er sich auf der ersten Runde im Finale erwartungsgemäß knapp hinter der Spitze auf. Und auch das Schießen begann sehr vielversprechend. Mit seinen ersten vier Schüssen traf er auf Anhieb die ersten vier Scheiben. Um die fünfte und letzte Scheibe umzulegen benötigte er jedoch ebenfalls insgesamt vier Schüsse, sodass er anstatt auf Position 3 nur auf Position 7 auf die zweite Runde ging.

Auch beim zweiten Schießen musste Ben gleich mehrfach zusätzlich nachladen, sodass er hier zwei Positionen einbüßte und als 9. den Schießstand verließ. Auf der Schlussrunde lief er zwar nochmal an Platz 7 und 8 ran, konnte diese aber nicht mehr überholen, sodass er das Rennen auf Platz 9 beendete. Unterm Strich ein solider Wettkampf für Ben, bei dem mit etwas mehr Glück beim ersten Schießen jedoch wesentlich mehr drin gewesen wäre.

Ben König (Mitte) beim zweiten Schießen im Finale

Das Rennen der Damen III

Bei den Damen III absolvierte Christine Diehl ihren ersten Target Sprint-Wettkampf auf nationaler Ebene. Hier fanden insgesamt zwei Läufe statt, deren Zeiten für das Gesamtergebnis addiert wurden. Im Training hatte Christine zuletzt intensiv an ihrem Schießen gearbeitet und sich in den Laufzeiten stetig verbessert, die große Frage vor dem ersten der beiden Läufe war jedoch, was das im Vergleich zur Konkurrenz in ihrer Altersklasse wert sein würde.

Auf der Strecke konnte Christine von Beginn an dicht hinter der Spitzengruppe mitlaufen, beim ersten Schießen machte sich jedoch die mangelnde Wettkampfpraxis bemerkbar. Christine verfehlte gleich mehrere Scheiben und ging dadurch als Letzte auf ihre zweite Laufrunde. Beim zweiten Schießen zeigte sie dann, was sie eigentlich kann und legte auf Anhieb alle 5 Ziele um. Durch diese Schießleistung ging sie als Fünfte mit nur 15 Sekunden auf einen Podestplatz auf die Schlussrunde. Dort konnte sie diesen Rückstand in etwa gleich halten und sich somit eine gute Ausgangsposition für den zweiten Lauf sichern.

Im zweiten Lauf probierte Christine an ihr gutes zweites Schießen aus dem ersten Rennen anzuknüpfen, musste jedoch beim ersten Schießen gleich drei mal nachladen und fiel somit auf Platz 6 zurück. Da das Feld jedoch noch dicht beisammen war, war nach wie vor mit einem guten zweiten Schießen noch ein Sprung in Richtung Podest möglich. Und tatsächlich machte es Christine beim zweiten Schießen erneut besser und ging auf Position 5 auf ihre letzte Runde. Dort konnte sie mit einer guten Laufleistung noch eine weitere Sportlerin überholen und kam somit als Vierte ins Ziel. Da für das Gesamtergebnis jedoch die Zeiten beider Läufe addiert wurden, wurde Christine insgesamt dennoch Fünfte. Mit nur 7 Sekunden Rückstand auf Bronze ist diese Platzierung jedoch ein großer Erfolg, der Hoffnung für die kommende Saison macht.

Das Rennen der Herren IV

Auch bei den Herren IV wurde das Rennen in zwei Läufen ausgetragen. Statt Qualifikation und Finale wurden hier die Zeiten des ersten und des zweiten Laufs addiert. Für Richard bedeutete das, dass er sich mit einem guten ersten Lauf bereits eine sehr gute Ausgangsposition für den entscheidenden zweiten Lauf verschaffen könnte. Als amtierender Deutscher Meister ging er als klarer Favorit ins Rennen.

Dieser Favoritenrolle wurde er von Beginn an gerecht. Nachdem das Teilnehmerfeld auf der ersten Runde noch dicht beisammen war, setzte sich Richard durch ein schnelles und sicheres Schießen am Schießstand ab und baute diesen Vorsprung bei seinem zweiten Schießen sogar noch weiter aus. Dank einer guten Schlussrunde kam er nicht nur als Erster ins Ziel, sondern konnte sich zudem einen Vorsprung von 12 Sekunden für den nächsten Lauf sichern.

Trotz des Vorsprungs aus dem ersten Lauf, ging Richard auch den zweiten Lauf offensiv an und setzte sich abermals am Schießstand von seinen Konkurrenten ab. Vor dem zweiten Schießen hatte er bereits knapp 15 Sekunden Vorsprung, sodass die Zeichen bereits auf Titelverteidigung standen. Mit zwei Schießfehlern machte er es dort noch einmal spannend, ging dank seines schnellen Schießtempos und Fehlern der Konkurrenz auch hier mit deutlichem Abstand heraus und konnte so auf der Schlussrunde seinem nächsten Deutschen Meistertitel entgegenlaufen.

Die Ergebnisse auf einen Blick

SportlerAltersklassePlatzierung
Ben KönigJugend männlichPlatz 9
Tobias ReichertHerren IPlatz 8
Jean-Luc DiehlHerren IPlatz 11
Luca DiehlHerren IPlatz 14
Patrick LangHerren IPlatz 22
Christine DiehlDamen IIIPlatz 5
Richard LangenbahnHerren IVPlatz 1
Die Ergebnisse der Saarländischen Sportler bei der Target Sprint DM 2023 in DIngolfing