Juli 19, 2024

Disziplinen

In unserem Verein werden einige Varianten des Biathlonsports angeboten. Hier stellen wir die einzelnen Disziplinen kurz und knapp vor. Eine genauere Auflistung aller vorhandenen Biathlon-Disziplinen findest du in diesem Beitrag.

Diese Biathlon-Disziplinen werden in unserem Verein angeboten:

Winterbiathlon

Die bekannteste Variante des Biathlons ist wohl der klassische Winterbiathlon, den man auch aus dem Fernsehen kennt. Hier wird abwechselnd auf Langlauf-Skiern in der sogenannten Skating-Technik gelaufen und geschossen. Das Schießen wird ab dem Juniorenbereich mit Kleinkalibergewehren absolviert. Die Scheiben stehen dabei 50 Meter von den Athleten entfernt. Auf der Laufrunde tragen die Athleten das Gewehr auf dem Rücken. Es gibt dabei die folgenden Teil-Disziplinen:

  • Sprint: Athleten absolvieren drei Laufrunden und schießen dazwischen einmal liegend und einmal stehend. Für jeden Schießfehler muss eine 150m lange Strafrunde absolviert werden. Gestartet wird im Abstand von 30 Sekunden. Der Sportler, der die Strecke am schnellsten absolviert, gewinnt. (Streckenlängen: 10 km bei den Herren, 7,5 km bei den Frauen)
  • Einzel: Athleten absolvieren fünf Laufrunden und schießen dazwischen abwechselnd liegend und stehend. Für jeden Schießfehler erhalten sie eine Strafzeit von einer Minute, die sofort auf die Laufzeit addiert wird. Gestartet wird im Abstand von 30 Sekunden. Der Sportler, der die Strecke am schnellsten absolviert, gewinnt (Streckenlängen: 20 km bei den Herren, 15 km bei den Frauen)
  • Massenstart: Die Sportler starten gleichzeitig und absolvieren fünf Laufrunden. Dazwischen wird erst zweimal liegend und anschließend zweimal stehend geschossen. Für jeden Schießfehler müssen sie eine 150 m lange Strafrunde absolvieren. Der Sportler, der als erstes das Ziel erreicht gewinnt (Streckenlängen: 15 km bei den Herren, 12,5 km bei den Frauen)
  • Verfolgung: Die Sportler starten mit den Abständen, in denen sie im vorherigen Rennen (oft ein Sprintrennen) ins Ziel gekommen sind. Es startet also erst der Erstplatzierte des Sprints, dann der Zweitplatzierte und so weiter. Anschließend läuft das Rennen wie ein Massenstart, nur mit etwas kürzeren Laufrunden. Die Strafrunden sind dennoch auch hier 150 m lang. (Streckenlängen: 12,5 km bei den Herren, 10 km bei den Frauen)
  • Super Sprint: Die Sportler laufen zuerst einen Quali-Lauf, der quasi wie ein verkürzter Sprint abläuft: Dabei absolvieren sie 3 Runden von jeweils 1,5 km und schießen dazwischen jeweils einmal liegend und einmal stehend. Für jeden Fehler muss eine Strafrunde absolviert werden, die in diesem Fall jedoch mit 75 m nur halb so lang wie in den übrigen Rennen ist. Die besten 30 Athleten dieses Quali-Rennens erreichen im Anschluss das Finale, wo im Massenstart-Format fünf Runden gelaufen werden und viermal geschossen wird (Streckenlänge: 4,5 km in der Quali, 7,5 km im Finale)
  • Staffel: In der Staffel absolvieren vier Sportler eines Teams nacheinander drei Laufrunden und zwischen den Laufrunden erst ein Liegend- und dann ein Stehendschießen. Um dabei die fünf Zielscheiben zu treffen, haben sie neben den fünf Schuss aus dem Magazin auch noch drei Nachladepatronen pro Schießeinlage zur Verfügung. Für jede Scheibe, die nach Abgabe der acht Schüsse nicht getroffen wurde, muss eine 150 m lange Strafrunde absolviert werden. Alle Staffeln starten zeitgleich. Die Staffel, die als Erste das Ziel erreicht, gewinnt. (Streckenlängen: 4 x 7,5 km bei den Herren, 4 x 6 km bei den Frauen)
  • Single-Mixed-Staffel: In der Single-Mixed-Staffel gehen eine Frau und ein Mann gemeinsam als Duo an den Start. Diese absolvieren abwechselnd zwei Laufrunden und zwei Schießeinlagen (einmal liegend, einmal stehend) und wechseln kurz nach dem Schießen auf das andere Teammitglied. Das Ganze geschieht insgesamt zweimal, sodass jedes Teammitglied insgesamt vier Schießeinlagen absolviert. Besonders ist, dass der Sportler, der als letztes startet nach dem letzten Schießen noch eine Schlussrunde laufen muss. Die Länge der Laufrunde und der Strafrunde ist wie im Super Sprint (Laufrunde: 1,5 km, Strafrunde 75 m), beim Schießen haben die Athleten wie in der „normalen“ Staffel jedoch zusätzlich drei Nachladepatronen zur Verfügung. Ein übersichtliches Schaubild über den Ablauf der Single-Mixed-Staffel findest du hier.

Im Schülerbereich wird mit dem Luftgewehr auf eine Entfernung von 10 Metern geschossen. Die Scheiben sind hier entsprechend kleiner und das Gewehr bleibt während der Laufrunden am Schießstand stehen. Um die Grundlagen für die Leistungen im Erwachsenenbereich zu legen, werden im Schülerbereich zudem neben den klassischen Biathlonwettbewerben wie Sprint, Verfolgung oder Massenstart teils auch Disziplinen wie der Techniksprint oder das Ringwertungsschießen ausgetragen, die spezielle Fähigkeiten mit Blick auf das spätere Training abprüfen sollen. Angepasst an das jeweilige Alter sind die Laufstrecken in den Wettkämpfen im Schüler- und Jugendbereich zudem kürzer als die Distanzen, die im Erwachsenen-Bereich zurückgelegt werden müssen.

In seltenen Fällen können wir auch auf unserer Anlage Biathlonrennen auf Schnee austragen so wie hier im Winter 2014/2015

Sommerbiathlon (Rollski)

Die Sommerbiathlon-Wettkämpfe auf Rollski sind nahezu identisch wie die Wettbewerbe im Winter. Sie dienen überwiegend der Vorbereitung auf die anstehende Wintersaison, nehmen mittlerweile jedoch auch selbst einen immer größeren Stellenwert ein. Die Disziplinen, Streckenlängen und Regeln im Allgemeinen sind hier wie beim Winterbiathlon. Einziger Unterschied ist, dass nicht auf Schnee und mit Skiern, sondern auf Asphalt mit sogenannten Skirollern (auch Rollski genannt) gelaufen wird. Mangels Schnee ist bei uns der Rollski auch in den kühleren Monaten das primäre Trainingsmittel beim Training auf der heimischen Anlage.

Skiroller sind wesentlich kürzer als normale Skier und haben am vorderen und hinteren Ende jeweils eine Rolle. Dementsprechend erfolgt hier ein Rollen und kein Gleiten wie im Winter. Skischuhe und Stöcke aus dem Winter können prinzipiell auch auf Rollski verwendet werden. Aufgrund des anderen Untergrundes ist es jedoch sinnvoll im Sommer spezielle Stockspitzen für Asphalt zu verwenden. Zudem sollten die Stöcke im Idealfall minimal länger sein, da der Sportler auf Skirollern ein paar Zentimeter höher steht als auf Skiern.

Das Team unseres Vereins, welches 2015 bei den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in Cheile-Gradistei (Rumänien) für Deutschland an den Start ging: Annika Schlegel, Christian Hess und Rieke De Maeyer (von links nach rechts)

Sommerbiathlon (Cross)

Sommerbiathlon ist wie der Name schon sagt die Sommer-Version des Biathlonsports. Dabei wird abwechselnd gelaufen und geschossen. Die Länge der Laufrunden ist beim Sommerbiathlon auf Laufschuhen mit 800 m bis 1,5 km pro Runde wesentlich kürzer als im Winterbiathlon oder Biathlon auf Rollski (dort: Runden zwischen 1,5 und 4 km).

Zwischen den einzelnen Runden müssen jeweils fünf Schuss auf Klappscheiben abgegeben werden. Die Schießeinlagen werden sowohl liegend als auch stehend durchgeführt. Für jede nicht getroffene Scheibe gibt es – je nach Wettkampfform – entweder eine Zeitstrafe oder es muss eine Strafrunde gelaufen werden. Es gewinnt der Sportler, der die Laufrunden und die Schießeinlagen am schnellsten absolviert.

Die einzelnen Disziplinen sind beim Sommerbiathlon nahezu identisch wie im Winter. Es gibt Wettkämpfe im Sprint, im Einzel, in der Verfolgung und im Massenstart. Zudem werden auch Staffelrennen ausgetragen. Bei diesen gehen jedoch anders als im Winter üblicherweise nur 3 anstelle von 4 Personen als Staffel an den Start.

Liegendschießen bei unserem Sommerbiathlon in Lebach

Para-Biathlon

Seit 2016 bieten wir in unserem Verein auch Biathlon für Personen mit Sehbehinderung an. Eine der Sportlerinnen, die damals mit dem Biathlonsport begonnen hatte, war Johanna Recktenwald, die 2022 in Peking als erste Saarländerin bei Paralympischen Winterspielen am Start war und aktuelle Vize-Weltmeisterin im Biathlon für Personen mit Sehbehinderung ist.

Beim Biathlon für Menschen mit Sehbehinderung dürfen Personen an den Start gehen, die eine Sehkraft von unter 10% haben. Es zählt dabei die Sehstärke auf dem besseren Auge mit Sehhilfe. Je nach Ausprägung der Behinderung wird in die Kategorien B1, B2 und B3 unterschieden:

  • B1: Zur Kategorie B1 zählen Sportler mit einer Sehstärke von unter 2%. Bei ihnen läuft die Uhr im Wettkampf nur mit 88% der Normalgeschwindigkeit, um den stärkeren Grad der Behinderung auszugleichen. Damit alle Sportler in dieser Kategorie gleiche Bedingungen haben, müssen sie eine abgedunkelte Brille tragen, durch die sie nicht hindurchsehen können.
  • B2: Zur Kategorie B2 zählen Sportler mit einer Sehstärke von 2 bis 5%. Hier läuft die Uhr im Wettkampf mit 99% der Normalgeschwindigkeit.
  • B3: Zur Kategorie B3 zählen Sportler mit einer Sehstärke von 5 bis 10%. Da die Personen in dieser Kategorie die geringste Beeinträchtigung haben, läuft die Uhr bei ihnen in Normalgeschwindigkeit.

Auf der Loipe führt ein Guide die Athleten mit Sehbehinderung über die Runde. Der Guide läuft direkt vor dem Athleten her. Bei Personen mit geringerer Beeinträchtigung reicht teils allein die Sillhouette des Guides aus, um sich auf der Strecke orientieren zu können. Je ausgeprägter jedoch die Sehbeeinträchtigung des Athleten ist, desto eher muss der Guide über akustische Signale den Streckenverlauf ansagen. Bei besonders anspruchsvollen Abfahrten fährt der Sportler am Stock des Guides, dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Guide währenddessen kein Tempo aufnehmen darf.

Das Schießen läuft beim Biathlon für Menschen mit Sehbehinderung akustisch ab. Dafür haben die Sportler am Schießstand ein Infrarotgewehr, an welches ein Kopfhörer angeschlossen ist. Durch den Kopfhörer hört der Athlet einen Ton, der immer höher wird, je näher der Gewehrlauf an das Zentrum der Zielscheibe gelangt. Basierend auf diesem Ton orientiert sich der Schütze beim Zielen. Wichtig ist neben einer ruhigen Hand beim Zielen vor allem sich die Höhe des Zieltons möglichst genau einzuprägen, sodass der Schuss im richtigen Moment gesetzt werden kann. Geschossen wird ausschließlich liegend auf eine Distanz von 10m.

Schießen mit geschlossenen Augen wie hier bei unserer Sportlerin Johanna Recktenwald: Das Schießen beim Para-Biathlon funktioniert akustisch

Neben dem Biathlon für Personen mit Sehbehinderung gibt es auch noch Startklassen für Personen mit Körperlicher Beeinträchtigung in den Kategorien Stehend (Athleten können im Stehen fahren) und Sitzend (Athleten müssen Laufstrecke in einem Sitzschlitten absolvieren). Mehr zu diesen Wettkampfklassen erfährst du hier.

Target Sprint

Beim Target Sprint wird anstatt mit Skiern oder Rollski grundsätzlich zu Fuß gelaufen. Wie beim Sprintwettkampf im Biathlon oder Sommerbiathlon, werden insgesamt drei Laufrunden absolviert und zweimal geschossen. Die Runden sind mit 400m relativ kurz, sodass die Wettkämpfe üblicherweise nur zwischen 4 und 6 Minuten dauern.

Geschossen wird nicht mit Kleinkalibergewehren, sondern mit Luftdruckwaffen. Diese haben deutlich weniger Energie, weshalb die Distanz zu den Scheiben auch nur 10 anstelle von den beim Biathlon üblichen 50 m beträgt. Dafür ist die Scheibengröße mit einem Durchmesser von nur 3,5 cm auch wesentlich kleiner als im Winterbiathlon. Das Schießen wird ausschließlich im stehenden Anschlag absolviert.

Besonders beim Target Sprint ist, dass so lange auf die fünf Ziele geschossen werden muss, bis alle Scheiben getroffen wurden. Falls nach 15 Schüssen noch nicht alle Ziele getroffen wurden, gibt es für jede nicht gefallene Scheibe eine Strafzeit von 15 Sekunden. Nachgeladen werden alle Schüsse einzeln. Wie das aussieht, siehst du in diesem Video:

Mehr über Target Sprint erfährst du hier.