Oktober 24, 2020

Gute Ergebnisse trotz schwacher Medaillenausbeute bei DM in Schmallenberg

Dienstag, 1. Oktober 2019

Die diesjährigen deutschen Meisterschaften im Sommerbiathlon in Schmallenberg-Jagdhaus (20. bis 22. September 2019) sind aus saarländischer Sicht mit gemischten Gefühlen zu Ende gegangen. Auf der einen Seite stand mit zwei Silbermedaillen die schwächste Medaillenausbeute der letzten paar Jahre zu Buche, auf der anderen Seite waren die Saarländer jedoch in so vielen Altersklassen in Medaillennähe wie schon lange nicht mehr. Gerade im Nachwuchsbereich konnten in diesem Jahr die besten Ergebnisse seit langem eingefahren werden. Aber der Reihe nach:

Bereits am Freitag standen die Staffelrennen auf dem Programm. Hier konnte das Saarland mit Platz 5 in der Klasse Herren III bereits ein erstes gutes Ergebnis einfahren, auch wenn der erhoffte Podestplatz letztendlich knapp verpasst wurde. Bei den Herren I ging mit Sammy Schu, Christine Diehl (eigentlich Damen III) und Simone Folz (eigentlich Damen II) eine bunt zusammengewürfelte Staffel an den Start, für die es in der extrem starken Konkurrenz in erster Linie darum ging, die ein oder andere Staffel hinter sich zu lassen. Dies gelang ihnen am Ende auch und sie landeten vor Staffeln aus Bayern, Württemberg und Niedersachsen auf Platz 20.

Am Samstag standen dann vormittags die Sprintrennen in den Nachwuchsklassen und nachmittags die Massenstartrennen bei den Erwachsenen auf dem Programm. Bei den Sprintwettkämpfen machte Manuel Ahner bei der Jugend männlich den Auftakt. Er traf liegend alle 5 Scheiben, ließ beim Stehendschießen jedoch 2 Scheiben stehen und landete am Ende knapp auf Platz 12, hatte jedoch nur 4 Sekunden Rückstand auf Platz 9. Vitalina Berndt (Jugend weiblich) tat es ihm gleich und landete nach einem fehlerfreien Liegendschießen und 2 Fehlern beim Stehendschießen am Ende auf Rang 13. Besser lief es bei Tobias Reichert, der in diesem Jahr erstmals bei den Junioren an den Start ging. Gegen die ältere Konkurrenz hielt er sich läuferisch sehr gut und auch ihm gelang ein fehlerloses Liegendschießen. Stehend kam auch er leider nicht ohne Fehler durch, allerdings gelang ihm mit einem Fehler auch hier ein gutes Ergebnis. Beflügelt von diesem Ergebnis gab er in der Schlussrunde noch einmal alles und sicherte sich am Ende mit dem zehnten Platz ein erstes Top10-Ergebnis und zeigte, dass mit ihm in den kommenden Jahren in dieser Altersklasse zu rechnen sein wird.

Am Nachmittag ging es dann mit den Massenstartrennen der Erwachsenen weiter. Hier konnte Richard Langenbahn gleich zum Auftakt die erste Silbermedaille für das Saarland holen. Er ließ bei allen Schießeinlagen eine Scheibe stehen, zeigte jedoch läuferisch eine starke Leistung und profitierte von Fehlern der Konkurrenz bei den letzten beiden Schießeinlagen. Schlechter lief es bei Simone Folz aus Rissenthal, die zum Auftakt gleich 3 Scheiben stehen ließ und bei den nachfolgenden Schießen weiter fleißig Fahrkarten schoss. Mit einer soliden Laufleistung konnte sie zwar die ein oder andere Strafrunde noch kompensieren, die Medaillenränge waren jedoch in weiter Ferne. Dennoch konnte sie am Ende mit Rang 7 ein respektables Ergebnis erzielen. Ähnlich lief es auch bei Peter Schneider, der liegend beim ersten Schießen alle 5 Scheiben verfehlte und danach das Feld von hinten aufräumen musste. Nach 3 weiteren Fehlern beim zweiten Stehendschießen konnte er Stehend mit 9 von 10 Treffern sein eigentliches Können unter Beweis stellen und sich noch auf einen einstelligen Platz vorarbeiten. Am Ende wurde es auch bei ihm der siebte Platz. Zum Abschluss des Tages ging schließlich Sammy Schu in der Klasse Herren I an den Start. Sammy, der nach einem völlig überraschenden Sieg im Vorjahr als Titelverteidiger ins Rennen ging, hatte hier sowohl mit der extrem starken Konkurrenz, als auch mit dem sehr böigen Wind am Schießstand zu kämpfen. Nachdem er auf der ersten Runde noch an der Spitze mitlief, ließ auch er zu viele Scheiben am Schießstand stehen und landete am Ende auf Platz 21.

Am nächsten Morgen mussten die Erwachsenen ihre Sprintrennen absolvieren. Hier galt es aus saarländischer Sicht in erster Linie die schwachen Schießergebnisse des Vortages vergessen zu machen. Bei den Rennen der Klassen Damen II und Damen III gelang dies gleich zum Auftakt sehr gut. Hier blieben sowohl Simone Folz (Damen III) als auch Ivana Krujiff und Christine Diehl (beide Damen II) allesamt liegend fehlerfrei. Stehend konnten sie das leider nicht wiederholen, Ivana verfehlte nur eine Scheibe, bei Simone blieben hingegen zwei Scheiben stehen. Für beide war mit diesem Schießergebnis jedoch ein Podestplatz möglich. Während es bei Ivana am Ende tatsächlich für Silber reichte, fehlte Simone in einem ganz engen Rennen am Ende eine Sekunde zu einer Medaille. Schlechter lief es stehend bei Christine, die hier gleich vier Scheiben stehen ließ, mit Platz 7 aber dennoch ein solides Ergebnis einfahren konnte.

Beim Rennen der Herren IV konnte Richard die Serie der guten saarländischen Liegendschießen fortsetzen und blieb dort ebenfalls fehlerfrei, konnte dies jedoch ebenfalls stehend nicht wiederholen und nach dem Kräftezehrenden Massenstart am Vortag auch läuferisch nicht seine Bestform abrufen und wurde so am Ende Siebter. Auch Sammy Schu (Herren I) schaffte es, nachdem er am Vortag noch massive Probleme beim Liegendschießen hatte, liegend alles abzuräumen und lag so vor dem Stehendschießen plötzlich auf Medaillenkurs. Stehend konnte auch er seine Leistung vom Liegendschießen leider nicht wiederholen und verfehlte 2 Scheiben, legte jedoch eine überragende Schlussrunde hin und fand sich so plötzlich trotz seiner 2 Strafrunden im Kampf um die Medaillen wieder. Nach einem extrem knappen Rennen trennten ihn am Ende 3 Sekunden von einem Platz auf dem Podium und so wurde es am Ende für ihn „nur“ Rang 4.

Als letztes ging schließlich die Altersklasse Herren III mit Peter Schneider an den Start. Nachdem zuvor alle saarländischen Starter im Sprintrennen liegend ohne Fehler durchkamen durchbrach er diese Serie bei seinem ersten Schießen und musste zweimal in die Strafrunde, blieb dafür jedoch als einziger Saarländer an diesem Wochenende beim Stehendschießen fehlerfrei und konnte so noch auf Platz 5 vorlaufen.

Am Nachmittag schlossen schließlich die Massenstartrennen der Junioren das Wettkampfwochenende ab. Hier wollten Manuel Ahner (Jugend männlich), Vitalina Berndt (Jugend weiblich) und Tobias Reichert (Junioren) ihre Ergebnisse vom Vortag noch einmal überbieten. Gerade für Manuel und Vitalina war das ausgegebene Ziel vor diesem Rennen ein Platz unter den besten 10, da beide diesen am Vortag knapp verpasst hatten. Und beide legten am heutigen Tag ein furioses Rennen hin:

Manuel hielt sich in der ersten Runde in der Mitte des Feldes auf und probierte sich durch ein sauberes Schießen nach vorne zu kämpfen. Diese Strategie ging voll und ganz auf und so konnte Manuel sich durch eine makellose Schießleistung immer weiter nach vorne arbeiten. Dort kam er auf Platz 8 liegend zum Schießstand und hatte nun nicht mehr nur einen Top10-Platz, sondern sogar eine Platzierung unter den ersten 6 im Blick. Während um ihn herum einige Scheiben stehen blieben, konnte Manuel auch sein letztes Schießen des Wettbewerbs fehlerfrei beendeten und ging auf Platz 5 liegend auf die Schlussrunde. Dort rutschte er zwar noch um einen Platz nach hinten, konnte mit Platz 6 allerdings dennoch ein überragendes Ergebnis erzielen.

Auch Vitalina hielt sich in ihrer ersten Runde im Mittelfeld und legte den Fokus auf ein sauberes erstes Schießen. Leider gelang ihr dies zu Beginn nicht und so fiel sie nach 2 Strafrunden auf Platz 12 zurück. Von diesem enttäuschenden Zwischenergebnis ließ sie sich jedoch nicht beeindrucken und so probierte sie nun das Feld von hinten aufzuräumen. Läuferisch setzte sie ungeahnte Reserven frei und auch beim Schießen wirkte sie plötzlich wie beflügelt und profitierte zudem von Fehlern der Konkurrenz. Wie vor ihr schon Manuel, konnte auch sie sich vor dem letzten Schießen bis auf Rang 8 vorkämpfen und auch sie beendete ihr letztes Schießen ohne einen Fehler. Durch Patzer der Konkurrenz ging sie als Sechste raus und lag urplötzlich nur knapp 10 Sekunden hinter der Drittplatzierten. Beflügelt von ihrem Schießergebnis und der Möglichkeit um eine Medaille zu laufen, gab Vitalina auf der letzten Runde noch einmal alles und schaffte es tatsächlich zwischenzeitlich bis auf Platz 3 vorzulaufen, musste sich jedoch am Schlussanstieg noch einmal überholen lassen und wurde letztendlich hervorragende Vierte.

Tobias legte ebenfalls ein ordentliches Rennen hin, konnte aber seinen zehnten Platz vom Vortag dieses Mal nicht wiederholen. Nach 2 Fehlern beim ersten Schießen fiel er gleich zu Beginn bis auf Platz 15 zurück. Danach konnte er sich am Schießstand verbessern und konnte – nach je einem Fehler bei der zweiten und dritten Schießeinlage – sein letztes Schießen sogar fehlerfrei beenden. Gegen die starke Konkurrenz in seiner Altersklasse konnte er mit diesem Schießergebnis allerdings nur wenige Plätze gutmachen und so landete er letztendlich auf dem 14.Platz.

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