Bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand & Cortina D’Ampezzo hat unsere Sportlerin Johanna Recktenwald im Biathlon-Einzel ein kleines Stück saarländische Wintersportgeschichte geschrieben: Als erste saarländische Sportlerin gelang es ihr eine Medaille bei Paralympischen Winterspielen zu gewinnen. Gemeinsam mit Begleitläuferin Emily Weiß bewältigte die 24-jährige die 12,5km lange Strecke in einer Zeit von 37:05,2 Minuten und musste im Ziel nur der Chinesin Yue Wang und der Tschechin Simona Bubenickova den Vortritt lassen.
Fehlerfreies Schießen als Grundlage
Überzeugen konnte Johanna insbesondere bei ihrer Parade-Disziplin: dem Schießen. Dort blieb sie als eine von nur zwei Sportlerinnen im gesamten Teilnehmerfeld bei allen vier Besuchen am Schießstand fehlerfrei. Gerade beim letzten Schießen präsentierte sie sich nervenstark und ließ sich beim letzten der insgesamt 20 Schüsse besonders viel Zeit, um auch diesen erfolgreich ins Ziel zu bringen.
Ihre Teamkollegin Leonie Maria Walter und die Tschechin Carina Edlingerova, die Johanna bis zur Rennhälfte noch dicht auf den Fersen waren, ließen hingegen bei den letzten beiden Besuchen am Schießstand mehrere Scheiben stehen, sodass Johanna nach ihrem letzten fehlerfreien Schießen auf Medaillenkurs lag. Lautstark angefeuert durch ihre Begleitläuferin Emily Weiß gab Johanna auf der Schlussrunde nochmal alles und lief so bei frühlingshaften Temperaturen ihrer ersten paralympischen Medaille entgegen.
Krankheitspech verhindert weitere Medaillen
Befreit durch die Medaille im Biathlon-Einzel hoffte Johanna auf weitere Medaillenchancen in den Langlauf-Wettbewerben, sowie in der Biathlon-Verfolgung. Leider machte ihr eine Erkältung kurz nach dem Einzelrennen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Während ihre Begleitläuferin Emily Weiß krankheitsbedingt sogar vorzeitig abreisen musste, war Johanna ebenfalls leicht geschwächt und verpasste daher die Langlauf-Wettbewerbe.
In der Biathlon-Verfolgung konnte sie zwar an den Start gehen, war jedoch nicht bei 100% und konnte so mit Ersatz-Guide Adrian Schuler nicht an ihre Laufleistung aus dem Einzel anknüpfen. Entsprechend war sie auf Fehler der Konkurrenz und ein perfektes eigenes Schießen angewiesen. Nachdem sie im ersten Schießen noch fehlerfrei bleiben konnte, verfehlte sie beim zweiten Schießen jedoch eine Scheibe, sodass die Athletinnen auf den Medaillenrängen vor der Schlussrunde bereits enteilt waren. Mit Rang fünf gelang ihr hier dennoch – gerade angesichts der Umstände – ein sehr ordentlicher Abschluss der Winterspiele.
