Biathlon Team Saarland : Biathlon

Biathlon

 

Definition

Biathlon ist eine Olympische Wintersportart, die sich aus Skilanglauf in der freien Technik sowie Kleinkaliberschießen zusammensetzt und in Wettkampfform betrieben wird. Einige andere Formen dieser Sportart – wie Rollskibiathlon, Schneeschuhbiathlon, Crosslauf und Schießen sowie Mountainbike-Biathlon fallen ebenfalls in die Kategorie Biathlonsport. Das Wort Wettkampf wird im Biathlon an Stelle des Begriffs Rennen benutzt, da es sich hier nicht nur um ein Rennen, sondern um die Kombination von zwei unterschiedlichen Wettkampfaktivitäten handelt. Biathlon ist ein höchst interessanter Sport für die Zuschauer in den Stadien aber auch vor dem Bildschirm. Dieses große Interesse ist nicht verwunderlich, weil Biathlon während eines Wettkampfes ein großes Spektrum an konkurrierenden Aktivitäten anbietet. Beim Verfolgungswettkampf, z.B. kann ein Zuschauer vom Start über das Schießen, die Strafrunden bis ins Ziel die Wettkämpfer verfolgen und er sieht immer, wer in Führung liegt. Ebenso kann der Zuschauer vor Ort im Stadion, am Schießplatz und vor allem auf den Strecken die harten Zweikämpfe der Sportler untereinander erleben.
Die Herausforderung
Die Kombination von zwei so sehr widersprüchlichen Disziplinen wie Skilanglauf/Rollskilauf und Schießen in einem sportlichen Wettkampf stellt die Athleten vor außerordentlich große Herausforderungen. Die Laufdisziplin erfordert eine impulsive körperliche Anstrengung über einen längeren Zeitraum hinweg, während das Schießen eine extrem feine Kontrolle und Stabilität verlangt. Wenn die Athleten am Schießstand eintreffen, müssen sie auf sehr kleine Ziele schießen, obwohl ihr Herz rast und sich die Brust vom Atmen hebt und senkt, denn auch während des Schießens läuft die Zeit weiterhin gegen sie. Ein Fehlschuss wird mit einer Strafe geahndet.
Geschichtlicher Hintergrund
Biathlon gilt als lebende Sportart, eine Sportart, die früher und auch jetzt noch immer wieder im täglichen Leben angewandt werden muss. In Norwegen gefundene Höhlenzeichnungen, die 5000 Jahre zurückgehen, sind der früheste Nachweis von Jagd und Kampf, die auf Skiern und mit Waffen betrieben wurden. Historische Aufzeichnungen aus Asien berichten von "Geflügelten Pferden" an den Füßen der Jäger, die zur Verfolgung von Wildtieren im Schnee eingesetzt wurden. Die erste historische Aufzeichnung eines Biathlonwettkampfes erzählt von einer Veranstaltung aus dem Jahre 1767, bei der sich nahe der schwedisch-norwegischen Grenze Grenzsoldaten im Wettkampf maßen. Die allgemeine Entwicklung im Biathlon setzte sich bei der Jagd und Kriegführung fort und wurde im Jahre 1924 bei den Olympischen Winterspielen in Chamonix unter der Bezeichnung Militärpatrouille als Demonstrationssportart vorgeführt. Seither hat der Biathlonsport große Veränderungen durchlaufen, einschließlich der Zulassung zu den Olympischen Winterspielen unter der Bezeichnung Biathlon im Jahre 1960 in Squaw Valley. Im Jahre 1978 erfolgte die Umstellung auf Kleinkaliber (.22 in). Internationale Biathlonwettkämpfe für Frauen werden seit Beginn der achtziger Jahre organisiert. Biathlonwettkämpfe für Frauen wurden schließlich 1992 in Albertville in das Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen.

Die sieben Disziplinen des Biathlon-Sports

Einzelwettkampf
Der klassische Einzelwettkampf ist die älteste Biathlon-Disziplin. Hier starten die Athleten einzeln nacheinander. Das Startintervall beträgt 30 Sekunden. Die Männer laufen eine 20 km lange und die Frauen eine 15 km lange Strecke. Es sind jeweils zwei Liegend- und Stehendschießen zu absolvieren (liegend-stehend-liegend-stehend), wobei im Gegensatz zu den anderen Disziplinen Fehler nicht mit einer Strafrunde, sondern mit einer Strafzeit von einer Minute geahndet werden.
Sprint
Beim Sprint starten die BiathletInnen in einem 30-Sekunden-Intervall einzeln hintereinander. Die Distanz beträgt bei den Männern 10 km und bei den Frauen 7,5 km. Beim Sprint wird zuerst liegend und dann stehend geschossen, wobei jeder Fehler mit einer Strafrunde (ca. 20 Sekunden Zeitverlust) geahndet wird. Der Sprint ist mittlerweile die am häufigsten ausgetragene Disziplin im Biathlon-Weltcup.
Verfolgung
Bei der Verfolgung sind die besten 60 Athleten des Sprintwettkampfes (meist dient der Sprint als Qualifikation für das Verfolgungsrennen) startberechtigt. Die Startreihenfolge und Startintervalle richten sich nach den dabei erzielten Zeiten. Der Erstplatzierte des Sprints wird auch als Erster des Verfolgungsrennens in den Wettkampf geschickt. Die anderen Athleten folgen entsprechend ihrem Zeitrückstand vom Sprint dem Sieger. Die Distanz beim Verfolgungsrennen beträgt für Frauen 10 km und für Männer 12,5 km. Es müssen je zwei Schießprüfungen im Liegend- und Stehendschießen (liegend-liegend-stehend-stehend) absolviert werden, wobei für jeden Fehlschuss sofort eine Strafrunde gelaufen werden muss.
Massenstart
Der Massenstart ist die jüngste Biathlon-Disziplin. Startberechtigt für den Massenstart sind nur die 30 bestplatzierten BiathletInnen im Weltcup. (Ausnahme: bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sind die 15 Bestplatzierten des Gesamtweltcups sowie alle Medaillengewinner des laufenden Wettbewerbs startberechtigt. Die noch fehlenden Plätze [bis 30] werden durch jene BiathletInnen ergänzt, die im Verlauf der Meisterschaften die meisten Weltcuppunkte erzielt haben.) Die Läufer starten gleichzeitig über die 15 Kilometer (Männer) bzw. 12,5 Kilometer (Frauen) lange Strecke. Nach jedem Fehlschuss bei je zwei Liegend- und Stehendschießen (liegend-liegend-stehend-stehend) muss der Athlet eine Strafrunde absolvieren.
Staffel
Die olympische Premiere der Staffel erfolgte 1968 in Grenoble. Eine Staffel besteht aus vier Athleten einer Nation. Gestartet wird mittels Massenstart, wobei jeder Athlet eine Distanz von 7,5 km (Männer) bzw. 6 km (Frauen) zu laufen hat, bevor er an den nächsten Läufer seines Teams übergeben darf. Der Staffelwettbewerb besteht pro Athlet aus je einem Liegend- und einem Stehendschießen, insgesamt also aus vier Liegend- und vier Stehendschießen. Im Gegensatz zu den anderen Wettbewerben stehen den Athleten hier maximal drei Nachlader zur Verfügung, um beim ersten Mal nicht getroffene Scheiben doch noch treffen zu können. Pro Nachlader werden etwa zehn zusätzliche Sekunden benötigt. Maximal hat jeder Athlet also acht Patronen, um die fünf Scheiben zu treffen. Für jede dann nicht getroffene Scheibe muss eine Strafrunde gelaufen werden. Seit den 90er Jahren werden immer wieder verschiedene Mannschaftsbewerbe erprobt, die den Biathlonsport attraktiver machen sollen. Die neueste Form ist die gemischte Staffel über zweimal 6 Kilometer und zweimal 7,5 Kilometer, wobei je zwei Positionen von Frauen und Männern besetzt werden. 2007 gehörte diese Disziplin erstmals zum Wettkampfprogramm der Biathlon-Weltmeisterschaft in Östersund. Alle diese Wettkampfarten gibt es natürlich auch bei den Schülern, den Jugendlichen und den Junioren, wobei die Streckenlängen je nach Altersklasse verkürzt sind.
Gemischter Staffelwettkampf
Eine Gemischte Staffel besteht aus 2 Frauen und 2 Männern. Die zwei weiblichen Staffelmitglieder laufen über die Distanz von 6 km; die zwei männlichen Staffelmitglieder laufen über eine Distanz von 7,5 km mit 2 Schießeinlagen bei km 2 und 4.
Bei Gemischten Staffelwettkämpfen startet bei einem simultanen Start der jeweils erste Wettkämpfer einer Staffel. Die nachfolgenden Starts der anderen Staffelmitglieder erfolgen in der Staffelwechselzone, wobei der ankommende Wettkämpfer den abgehenden Wettkämpfer berühren muss. Die Startreihenfolge im Gemischten Staffelwettkampf lautet Frau, Frau, Mann, Mann.
Für den Gemischten Staffelwettkampf wird keine Auslosung durchgeführt und werden die Startnummern auf der Grundlage der Summe des aktuellen Standes in der Nationencupwertung (Männer und Frauen addiert) zugewiesen. Dabei erhält die Mannschaft des führenden Nationalen Verbandes die Startnummer 1, der zweite die Startnummer 2, usw. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie für den Staffelwettkampf.
Supersprint/Qualifikationswettkampf
Der Supersprint ist eine Wettkampfart die hauptsächlich bei so genannten Showwettkämpfen zum Tragen kommt. Die Qualifikationswettkämpfe können in der Streckenlänge variabel zwischen 2.4 km und 3.6 km ausgetragen werden.
Hier spielen die örtlichen Gegebenheiten eine entscheidende Rolle. Der Startabstand zwischen jedem Athleten soll 15 sec. betragen und als Einzelstart durchgeführt werden. Es sollen 3 Runden (Rundenlänge zwischen 800 m und 1200 m) bei der Qualifikation durchlaufen und dabei in den Runden 1 und 2 (zwischen 800 m und 2400 m) zwei Schießeinlagen in den Stellungen Liegend + Stehend absolviert werden. Es werden 5 Schuss aus dem Magazin geschossen und, wenn nicht alle Ziele getroffen werden, stehen noch 3 Ersatzschüsse zur Verfügung. Werden mit 8 Schuss die 5 Ziele nicht getroffen, bedeutet dies automatisch die Disqualifikation.
Die Gesamtsteigung beim Qualifikationswettkampf soll zwischen 45 m und 75 m liegen. Die Auslosung für den Wettkampf wird in 4 Gruppen einzeln durchgeführt. Es muss jedem Wettkämpfer ein Anschießen der Waffen in einer Dauer von 20 Minuten zugestanden werden, das nicht später als 5 Minuten vor dem Start beendet sein muss.


Wettkampfarten u. Distanzen im Nachwuchsbereich

Massenstart/Sprint unter Staffelbedingungen. Streckenlänge wie Sprint in den einzelnen Altersklassen. Verfolgungswettkampf unter Einzelstartbedingungen (Einzelverfolgung).
Streckenlänge und Schießbedingungen wie Verfolgungswettkampf in den einzelnen Altersklassen.
Jugend- und Juniorenstaffeln bestehen aus 3 Läufern.

Zeitzuschläge
Für jedes nicht getroffene Ziel je 1 Minute in allen Klassen.
Strafrunde
Beim Sprint-, Verfolgungs-, Massenstart und Staffelwettkampf haben alle Teilnehmer für jeden Fehlschuss eine Strafrunde von 150 m zu laufen.
Bei den Einzelwettk ämpfen gibt es für jedes nicht getroffene Ziel einen Zeitzuschlag. S 12/13 30 Sekunden; S 14/15 45 Sekunden.
Strafrunde bei den Sprint-, Verfolgungs-, Massenstart- und Staffelwettkämpfen ist für jedes nicht getroffene Ziel eineStrafrunde von 100 m zu durchlaufen.Wer eine Strafrunde nicht oder nicht unmittelbar nach derjeweiligen Schießübung läuft, erhält einen Zeitzuschlag von 1Minute.

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